Frauenchor Verl beeindruckt in Jülich
Im Jahre 2000 wurde erstmals in Jülich im Brückenkopfpark vom Sängerkreis Düren ein Frauenchor-festival des Sängerbundes Nordrhein-Westfalen ausgerichtet. Nach dem damaligen großen Erfolg sollte dieses Festival zu einer dauernden Einrichtung werden, das in einem Tournus von drei Jahre durchgeführt werden soll.
In diesem Jahr folgen 18 Frauenchöre dem Ruf der Organisatoren, darunter auch der Frauenchor Verl. Am letzten Sonntag, dem 13. Juli um 8 Uhr ging mit dem Bus die von der Chorsängerin Ingrid Schlecht hervorragend organisierte Reise los. Nach einem ausgiebigen Frühstück in Wuppertal erreichte der Chor gegen Mittag den Brückenkopfpark in Jülich, eine große Anlage, mit Gebäuden und Gartenarchitekturen noch aus Napoleonischer Zeiten - heute genutzt als Zoo, Freizeiteinrichtungen und einem großen Veranstaltungszentrum. Schon am Samstag war hier das Frauenchorfestival mit einem Chonzert von 7 Frauenchören eröffnet worden.
Am Sonntag ab 10.30 Uhr stellten sich weitere Chöre dem Publikum. Der Auftritt des Verler Frauenchor war auf 16 Uhr terminiert. Vorher hat die Sängerinnen noch die Möglichkeit zum Einsingen.
Mit etwas gemischten Gefühlen betraten die Verlerinnen die Bühne – sang doch vor ihnen der 80 Frauen starker Chor der Leverkusener Bayer-Werke.
Doch schon nach dem ersten Einsatz verflog diese Unsicherheit und der Chor sang sich gleich in die Herzen der Zuhörer. Begonnen wurde mit „Die beste Zeit im Jahr ist mein“ einem Satz aus dem 16. Jahrhundert von Melchior Vulpius, der gleich mit großem Beifall bedacht wurde. Die weiteren Titel, „Lorencita“ ein argentinisches Volkslied im Satz von Quirin Rische, „Stimmen“, ein moderner Satz von Hilger Schallehn im Tangostil und das französiche Volkslied „Vive l'amour“ wurden ebenfalls mit lang anhaltendem Beifall bedacht. Der Chor kam ohne die Zugabe „Viele verachten die edele Musik“ von Joh. Kaspar Bachofen aus dem 18. Jahrhundert nicht von der Bühne.
Die Sängerinnen waren selbst überrascht von den vielen Komplimenten, die sie nach dem Auftritt von Zuhörern, den Mitgliedern anderer beteiligter Chöre und von der Leitung dieser Veranstaltung erhielten, denn die Vorbereitungszeit für dieses Konzert stand unter einem etwas ungünstigen Stern.
Andrea Fehling, seit 5 Jahren Leiterin des Verler Frauenchores musste wegen einer Erkrankung der Stimmbänder den Proben fernbleiben. Für sie sprang wieder einmal der frühere Chorleiter des Chores Josef Siggemann ein. Dieser leitete schon die Vorbereitungsproben und dirigierte auch auf diesem Festival die Verler Sängerinnen. Hier machte sich die dreißigjährige Zusammenarbeit zwischen Chor und Chorleiter doch bemerkbar. Die Kritiker bewunderten, wie der Chor konzentriert und doch locker auf jeden Impuls des Dirigenten reagierte und so zu ausdrucksstarken Vorträgen beflügelt wurde. Entsprechend glücklich und zufrieden traten die Verlerinnen ihren Heimweg nach Verl wieder an.
Hier soll in der letzten Probe vor den Sommerferien Andrea Fehling verabschiedet werden. Alle Chormitglieder werden es sicher bedauern, das diese symphatische und begabte Chorleiterin aus den genannten Gründen die Chorleitung nicht mehr weiterführen kann. Bis zum Ende diese Jahres wird Josef Siggemann diese Aufgabe ausüben
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